Donnerstag, 1. März 2007

...don´t judge the book by its cover!

Ihr seid wieder dabei? Prima.

Also: heute morgen , 08.10 Uhr Ortszeit: ein weisser Kastenwagen mit lila Telekom-Logo stoppt vor meiner Haustür. Allein diese Tatsache - ich erinnere daran: Terminabsprache zwischen 08.00 und 10.00 Uhr - lässt einen nach den Erfahrungen der letzten Wochen ( siehe unten) dankbar erschaudern...

Heraus steigt allerdings -oh Gott- ein Mitarbeiter dieses gottgleichen Konzerns, dem ich in der Fussgängerzone durchaus eine Münze in den Hut geworfen hätte. Ich denke, wenn man kurz in die Steckdose greift, bleiben Haare in etwa dieser Anordnung stehen.
Und damit es nicht so auffällt, wurde auch der untere Teil des Kopfes seit vier Tagen nicht rasiert.

Der geneigte Leser merkt, dass sich bei mir in diesem Moment - bedingt durch lange, schmerzliche Erfahrungen- nicht unbedingt klare, sachliche Kriterien ganz oben auf der Liste tummeln, sondern dass man schon nach Ansehen der ( Telekom-) Person erste Fragezeichen vor der Stirn erscheinen sieht ( "Soll ich ihm aufmachen oder bin ich krank?").

Aber jetzt!!! Ab dem Moment des Türöffnens und Guten-Tag-Sagens ergibt sich ein völlig neues Bild!
Kompetente, kurze Fragestellungen, gezielte Griffe zu Telefonen, laptop, Schraubenziehern und anderem equipment lassen hoffen, dass für den erwartungsfrohen Kunden ein Ergebnis herauskommt, was dem früheren Bild eines internationalen Telefonanbieters grob entspricht - der Mann kommt schraubt, fährt und man kann telefonieren!

Vertriebliche Feinheiten, auf die man als langjährig trainierter Telekom-Kunde schon gar nicht mehr zu hoffen wagte, zeigen sich: ein Lächeln im Gesicht des Mechanikers, Aussagen wie " haben Sie noch Fragen" , " ich schraube Ihnen die Anlage noch eben fest" lassen einen wohlig erzittern.
Drahtwälder, vom früheren "Subunternehmer" zurückgelassen, die mich an die Innereien von "Körperwelten" erinnerten, verschwinden gekonnt in der Wand, in Anlagen und wo sie sonst noch hingehören.
Mein wohliges Seufzen erzeugt ein Fragezeichen auf der Stirn meines Gönners. Ich beichte, dass ich bis vor 10 Minuten Glauben und Hoffnung an seine Firma verloren hatte und meine jetzigen Erlebnisse ein Paradies für mich sind.
" Ja klar, die zugekauften Leute können ja auch nix!" bestätigt er mir. " Beschweren Sie sich ruhig bei Herrn Obermann ( Vorstand ), das höre ich jeden Tag..."

Was soll ich sagen? Alles funktioniert. Er brauchte nicht mal Mineralwasser.

Um 09.10 Uhr ruft er "tschüß und schönen Tag noch!" und ich bin allein - Wahnsinn!!

Dieser Mann ( vor Schreck habe ich mir seinen Namen nicht gemerkt) sollte einen Vorstandsposten angeboten bekommen, mindestens aber die Abteilung " Schrauben beim Kunden" - meinen Segen hat er.

Jetzt warte ich allerdings auf die Monats-Rechnung, die mir diesen Service in Zahlen fasst...- ich melde mich!

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